Der November rückt Männergesundheit in den Fokus.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland.
Wer die Diagnose erhält, will vor allem eines: leben und gesund werden.
Doch der Tumor ist nur ein Teil der Geschichte. Oft kommen auch andere Fragen auf:
Was wird aus Kraft, Schlaf, Sexualität und Kontinenz?
Was bedeutet die Erkrankung für meinen Alltag und mein Selbstbild als Mann?
Mehr wissen. Mehr mitgestalten.
79.610 Männer erhielten 2023 in Deutschland die Diagnose Prostatakrebs. Rund jeder 7. Mann erkrankt statistisch im Laufe seines Lebens daran. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren. Die gute Nachricht: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 92 % (1)
Hinter diesen Zahlen steht jeder Betroffene mit seiner ganz eigenen Lebenssituation. Viele Männer fragen sich nach der Diagnose nicht nur, wie der Tumor behandelt wird, sondern auch: Wie kann ich meinen Alltag und meine Lebensqualität möglichst gut aufrechterhalten?
Unterstützung annehmen:
Gemeinsam mit deinem Behandlungsteam findet ihr die passende Unterstützung für deine körperliche und psychische Gesundheit. Für deine Themen gibt es spezialisierte Beratungs- und Reha-Angebote.
Mut, auch persönliche Fragen zu stellen
Während und nach einer Krebsbehandlung können körperliche und seelische Beschwerden auftreten oder anhalten.
Gedanken wie “wird schon wieder” oder “darüber redet man doch nicht” bringen dich nicht weiter.
Kontinenz, Sexualität, Schlaf oder Erschöpfung sind persönliche Themen – aber medizinisch relevant.
Fakt ist: Du kannst selbst aktiv werden. Damit das sinnvoll und sicher geschieht, sprich mit deinem Behandlungsteam darüber, wie es dir wirklich geht, und was dich im Alltag belastet. So könnt ihr gemeinsam sinnvolle Möglichkeiten besprechen, und du findest Orientierung für eine Entscheidung, die zu dir passt.
Veranstaltungs-Tipp im “Movember”:
Im kostenfreien Webinar “Mehr tun bei Prostatakrebs” gibt Dr. med. Tobias Petersohn wertvolle Einblicke in die Möglichkeiten der Komplementärmedizin.
Gut informiert kannst du mehr mitgestalten.
Warum Komplementärmedizin?
Die Behandlung des Tumors steht an erster Stelle. Aber der Behandlungsbedarf kann darüber hinausgehen.
Erschöpfung, Schlafprobleme, körperliche Veränderungen oder seelische Belastungen können den Alltag beeinflussen. Zur Linderung dieser Beschwerden können komplementäre Maßnahmen zusätzlich zur Tumortherapie eingesetzt werden. Das Ziel der Komplementärmedizin ist also nicht primär die Tumorbekämpfung (2), sondern deine körperliche und seelische Stärkung zur Verbesserung der Lebensqualität (3)
Komplementäre Maßnahmen finden sich zum Beispiel in den Bereichen Lebensstil (Ernährung, Bewegung), Achtsamkeit (Meditation, Kunsttherapie), Psychologie oder Naturheilkunde (Misteltherapie, TCM etc.).
Komplementärmedizin muss zu deiner Situation passen, deshalb sprich mit deinem Arzt/deiner Ärztin, welche Maßnahmen sinnvoll sind für dich.
Die Behandlungsschwerpunkte einer Klinik oder Praxis sind unterschiedlich, deshalb gehören komplementäre Maßnahmen nicht immer zum Standardangebot.
Was kannst du diesen Movember tun?
Tausch dich aus – du bist nicht allein
Wertvoll ist für viele Männer der Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Dort findest du Menschen, die dich verstehen, und Hilfestellungen für alles, was auf dich zukommt. Zum Beispiel: Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V.
Nutze die Früherkennung
Lass dich zu den Möglichkeiten der Prostata-Früherkennung beraten.
Bleib aktiv
Gerade während einer Hormonentzugstherapie kann individuell angepasste körperliche Aktivität wichtig sein, etwa im Hinblick auf Muskelmasse, Gewicht, Knochengesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit (4).
Bleib informiert
Wenn du über Möglichkeiten der Komplementärmedizin informiert bleiben möchtest, freuen wir uns über deine Newsletter-Anmeldung.
Im Einklang mit deiner Therapie und deinem individuellen Bedarf entscheidest du dich gemeinsam mit deinem Arzt/der Ärztin für eine oder mehrere komplementäre Maßnahmen, die nach wissenschaftlichen Standards geprüft sind und sich im praktischen Einsatz bewährt haben.
Ein Beispiel für eine solche komplementäre Maßnahme ist die Misteltherapie. Sie wird seit Jahrzehnten eingesetzt, um die Verträglichkeit einer Krebstherapie zu verbessern (5). Die S3-Leitlinie Komplementärmedizin nennt die Misteltherapie als eine mögliche Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität (6).
Wenn der Mut fehlt, Fragen zu stellen
Manche Fragen bleiben im Praxisalltag unausgesprochen. MUTmacher ist eine Initiative, die den Fragen und Anliegen von Patient:innen einen festen Platz im Gespräch mit dem Behandlungsteam gibt. Für mehr Orientierung, mehr Sicherheit und für die Möglichkeit, Entscheidungen besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten.
Austausch & Angebote
Im Internet gibt es noch viele weitere Seiten zum Thema Prostatakrebs – einige möchten wir weiterempfehlen: Entscheidungshilfe Prostatakrebs, BPS-Beratungshotline
Wir wünschen dir alles Gute!
Quellen
(1) Robert Koch-Institut (Hrsg.) und Deutsche Krebsregister e. V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland für 2021–2023. 15. Ausgabe. Berlin, 2025. Kap. 3.22 Prostata. DOI: 10.25646/13129.
(2) Ernst A. 2025. Alternative Medizin und Komplementärmedizin bei Krebs. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Aktualisiert 02.04.2025.
(3) Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). Patientenleitlinie Komplementärmedizin. Juli 2021
(4) Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Langversion 8.1, 2025. AWMF-Registernummer 043-022OL.
(5) Kienle GS, Kiene H. 2010. Integr. Cancer Ther. 9(2): 142-157.
(6) Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Komplementärmedizin … Kurzversion 2.0 (Mai 2024). AWMF 032-055OL.







