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"Was ich erfahren durfte, soll auch anderen helfen!"


Im Mai veranstaltete die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (GfBK) den 19. Patienten-Arzt-Kongress „Selbstbestimmt entscheiden“. Dort trafen wir eine „gute Bekannte“: Die US-Amerikanerin Ivelisse Page engagiert sich mit ihrer Organisation Believe Big für Krebspatienten und die Verbreitung komplementärer Behandlungsmethoden. In diesem Zuge initiierte sie 2016 eine Phase I-Studie zur Anwendung der Misteltherapie, welche derzeit an der renommierten Johns-Hopkins-Universität (Baltimore, USA) durchgeführt wird.

In ihrem Vortrag „Motiviert und selbstbestimmt einer fortgeschrittenen Darmkrebserkrankung begegnen“ beeindruckte sie ihre Zuhörer mit der Schilderung, wie sie vor 10 Jahren ihren Krebs überwinden konnte. Im Anschluss durften wir ihr noch einige Fragen stellen:

Ivelisse, den Krebs zu  überwinden hat Sie dazu motiviert, auch anderen Betroffenen zu helfen. Von der positiven Erfahrung, die Sie mit komplementären Maßnahmen wie der Misteltherapie machen durften, sollten möglichst viele Menschen profitieren, weshalb Sie mit der Gründung von Believe Big zur „Botschafterin“ für integrative Medizin wurden. Woher nehmen Sie die Energie für diese herausfordernden Aufgaben?
Wer einmal Glück hatte, dass er wieder gesund werden durfte, tut doch alles, um sich diese Gesundheit zu erhalten. Natürlich – jeder hat gute und schlechte Tage. Wichtig ist es, seine Grenzen zu kennen und Zeit für Pausen zu finden. Im Zusammensein mit meiner Familie und im Gebet schöpfe ich Kraft, lerne aber auch meine Kräfte gut einzuschätzen. Wir leben in der wunderbaren Natur von Colorado, wo wir oft wandern oder Fahrrad fahren. Das erfrischt und stärkt mich für meine Aufgaben bei Believe Big. Meine Assistentin blockt im Terminplan feste „Privatzeiten“, damit ich die Ruhe finde, die ich brauche, um leistungsfähig und glücklich zu bleiben.

Und dabei hilft Ihnen die Misteltherapie noch heute?
Noch immer spritze ich die Mistel zweimal wöchentlich. Vielleicht könnte ich inzwischen damit aufhören, aber mein Körper spricht auf die Behandlung nach wie vor mit der gewünschten Lokalreaktion an (Anm.: Rötung an der Einstichstelle), und die Wirkung der Mistelspritze erfahre ich als körperliche Stärkung. Als ich mal eine dreiwöchige Pause einlegte, fühlte ich mich energie- und kraftloser. Mit der Misteltherapie funktioniert mein Immunsystem, und es geht mir einfach besser. Aber ich nutze auch noch weitere Maßnahmen, zum Beispiel Thymusinjektionen, Probiotika und Omegasäuren. Einmal pro Jahr stellt mein Arzt anhand eines Bluttests fest, welche ergänzenden Maßnahmen hinzugenommen, beibehalten oder weggelassen werden sollten.

Da die Misteltherapie in den USA nicht so verbreitet ist wie in Europa, entdeckten Sie während Ihrer Erkrankung eher zufällig diese Möglichkeit zur Stärkung Ihrer Selbstheilungskräfte. Um international die Bekanntheit und Anerkennung der Therapie zu fördern, ist es Ihnen mit unglaublichem Engagement gelungen, die erste klinische Phase I-Studie zur Misteltherapie in den USA zu initiieren. Wann werden die ersten Ergebnisse dieser Studie erwartet? Gibt es schon Hinweise?
Die Studie an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wird 2021 abgeschlossen sein. Bei meinem letzten Treffen mit der zuständigen Studienbeauftragten hat sie mir schon so viel verraten, dass sie froh ist, ihren Patienten ein Präparat verabreichen zu dürfen, das deren Lebensqualität verbessert ohne toxisch zu sein wie die meisten anderen Präparate.

Das sind gute Aussichten – und schon planen Sie ein weiteres „großes“ Projekt: Mit dem Believe Big Institute of Health soll eine einzigartige Klinik zur Umsetzung eines ganzheitlichen Gesundheitskonzepts entstehen und damit einen wertvollen Beitrag zur Krebsforschung leisten. Was darf man sich darunter vorstellen?
Noch laufen die Planungen, aber wir haben schon konkrete Vorstellungen, welche Bereiche integriert sein sollen. Das Klinikangebot umfasst und vereint das Beste aus beiden „Welten“ – der konventionellen und der komplementären Medizin und ermöglicht somit Erkenntnisse zu den Auswirkungen individualisierter Medizin – nicht nur auf Krebspatienten, sondern auf jeden Menschen, der gesund werden oder gesund bleiben will. Wir hoffen, dass unser „Master Plan“ in den nächsten 5 Jahren steht. Dieser Master Plan beinhaltet auch ein Konzept der „Patientenfinanzierung“, denn unser Wunsch ist es, das neue Klinikangebot allgemein zugänglich zu machen und finanzielle Ressourcen zu schaffen für Patienten, die sonst keine Möglichkeit hätten von diesen medizinischen Vorteilen zu profitieren.

Das Projekt liefert also wertvolle Erkenntnisse für die ganze Welt!
Von dem ganzheitlichen Gesundheitskonzept lernen Ärzte, Pflegende und Patienten gleichermaßen. Auch gesunde Menschen können zum Beispiel mit einem speziellen Test Schwachstellen in ihrem Stoffwechsel finden, um mit gezielten Maßnahmen Krebs bestenfalls gar nicht entstehen zu lassen. Das ist unser größtes Ziel.

Herzlichen Dank, Ivelisse, und weiterhin alles Gute!