Helixor


Die Mistelpflanze

Unter etwa 1.200 Mistelarten weltweit ist die weißbeerige Mistel (Viscum album L.) die einzige, die zur Herstellung von Produkten in der Onkologie verwendet wird. Die Mistel verfügt über außergewöhnliche Charakteristika und verhält sich ganz anders verhält als die übrige Pflanzenwelt:

  • Sie welkt nicht, bleibt im Winter grün, blüht und fruchtet in den Wintermonaten. 
  • Sie wächst nicht in der Erde, sondern auf Bäumen, als Halbschmarotzer.
  • Sie bildet keine Wurzeln, sondern einen "Senker", der sie mit dem Wirtsbaum verbindet. 
  • Sie richtet sich nicht nach der Sonne, sondern wächst in alle Richtungen, unabhängig von Licht und Schwerkraft. So bildet sich der typisch runde Mistelbusch. Diese Phänomene finden sich bei keiner anderen Pflanze. 

In Europa unterscheidet man drei Unterarten der weißbeerigen Mistel: die Tannen-, die Laubbaum- und die Kiefernmistel.

Botanische Besonderheiten

Die Mistel ist eine "zweihäusige Pflanze", ist also immer entweder ganz männlich, oder weiblich, so wie Kiwis oder Sanddorn. Die männliche Mistel trägt nur rein männliche Blüten, die weibliche ausschließlich weibliche Blüten und Beeren.

Die Mistel enthält mehr als 1000 verschiedene Inhaltsstoffe. Für die Wirkung auf das Immunsystem und die tumorhemmenden Eigenschaften von Mistelprodukten ist vor allem ein zuckerhaltiger Eiweißstoff, das Mistellektin, bekannt. Es gibt davon drei Gruppen: Mistellektin I, II und III. Misteln verschiedener Wirtsbäume besitzen ein unterschiedliches Lektinmuster. So enthält zum Beispiel Kiefernmistel kein Mistellektin I, dafür viel Mistellektin III, während die Apfelbaummistel vor allem Mistellektin I enthält.

Weitere bedeutende Inhaltsstoffe sind Viscotoxine (spezielle Polypeptide) und Kohlenhydrate (Polysaccharide). Auch diese zeigen immunstimulierende Wirkungen, welche die der Lektine ergänzen oder weiter verstärken können. Auch andere Inhaltsstoffe wie Arginin (eine Aminosäure), Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) sowie ein hoher Anteil an Vitamin C haben eine immunmodulierende Wirkung. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen aber, dass die Wirkung einzelner Inhaltsstoffe weniger wichtig ist als die Wirkung des Gesamtextraktes, also das Zusammenspiel aller Inhaltssoffe.