Helixor


So wirkt die Helleborus-Therapie

Über die Wirkung von Helleborus niger ist mehr bekannt als über die Wirkung von Helleborus foetidus. So wurde die Christrose schon in der Antike bei Psychosen, Durchfällen und Hämorrhoiden angewandt. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fand sie in die Therapie der Herzschwäche Eingang, vor allem auch als Alternative zu Digitalis-Präparaten, auch als wasserausschwemmendes Mittel. 

In der deutschen Volksheilkunde wurde die Wurzel der Christrose abgekocht und als Heilmittel verwendet, insbesondere bei Epilepsie, Hysterie, Melancholie, Menstruationsstörungen, Verstopfung, Leberleiden, Gelbsucht, Wasseransammlungen im Bauch (Aszites), Gicht und Rheuma. Zur äußerlichen Anwendung verrieb man die Wurzel zu Pulver und streute dieses auf Ausschläge, Geschwüre und Gesichtsflecken.  

Helleborus niger 

Die Christrose in der komplementären Medizin anzuwenden, geht zurück auf die Hinweise Rudolf Steiners. In präklinischen Versuchen mit Tumorzellkulturen zeigte Helleborus niger als wässriger Auszug in sehr niedrigen Potenzen eine mit Mistelprodukten vergleichbare zellabtötende Wirkung, indem der natürliche Zelltod (Apoptose) angeregt wird. 

Zwar liegen zur Anwendung von Helleborus niger bei Krebspatienten noch keine klinischen Studien vor, die bisherigen Erfahrungen lassen sich jedoch wie folgt zusammenfassen: 

  • Bei kindlichen Hirntumoren gehört Helleborus niger heute zur Standardtherapie in der anthroposophischen Kinderonkologie. 
  • Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, bei Hirntumoren und -metastasen kann die Christrose die Wirkung einer Misteltherapie steigern und ergänzen, vor allem bei schlechtem Allgemeinzustand, wenn starke Entzündungen vorliegen, sich Wasser im Körper gesammelt hat (Ödeme). Denn Helleborus niger hat neben tumorhemmenden und immunmodulierenden Effekten auch entzündungshemmende und wasserausschwemmende Eigenschaften. 
  • Krebserkrankungen, die das Blut- oder Lymphsystem betreffen (Leukämien, maligne Lymphome, Plasmozytom), sind häufig mit starken Entzündungssymptomen verbunden (sogenannte B-Symptome), die mit Helleborus niger gut eingedämmt werden können. 
  • Helleborus niger kommt vor allem dann in Frage, wenn eine Misteltherapie nicht möglich ist (z. B. aufgrund von Unverträglichkeit, akuten Entzündungen, bestehenden Autoimmunkrankheiten) sowie bei ausgeprägtem Tumorfieber.
  • Bei Lungentumoren mit Atemnot, Bluthusten und gestautem Sekret kann Helleborus niger auch als Inhalation gegeben werden. 

Als unerwünschte Wirkungen können in niederen Potenzen bis D6 gelegentlich leichte Rötungen mit Juckreiz und Brennen an der Einstichstelle vorkommen. Auch ein Spannungs- und Wärmegefühl kann auftreten. 

Helleborus foetidus

Zur Wirkung von Helleborus foetidus ist noch wenig bekannt. Präklinische Versuche an Leukämie-Zellkulturen zeigten, dass der Extrakt aus dieser Nieswurz-Art eher noch stärker zelltoxisch wirkt als die Christrose. Zur Anwendung beim Menschen liegen bisher erst wenige Erfahrungen vor.