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Salutogenese - eigene Gesundheitsquellen erschließen

Der etwas sperrige Begriff "Salutogenese" beschreibt einen vergleichsweise einfachen Sachverhalt: Salutogenese bedeutet, die Gesundheitsquellen des Menschen zu erschließen, und das im Wortsinne: salus bedeutet "Gesundheit", genesis = die Schöpfung. Salutogenese beschäftigt sich damit, was uns gesund macht und gesund erhält. Das wird bei jedem Menschen anders aussehen, denn jeder hat seine eigenen, individuellen Gesundheitsquellen. 

Die Medizin von heute dagegen orientiert sich vorwiegend an der Pathogenese – daran, was uns krank macht. Sie versucht, diese krankmachenden Faktoren auszuschalten, deren Ursachen zu beseitigen oder ihnen vorzubeugen. Auch Präventionsmaßnahmen sind darauf ausgerichtet, Krankheiten zu vermeiden. Das ist nicht per se falsch oder schlecht, es ist lediglich eine andere Blickrichtung. Denn der pathogenetische Blick schließt die Angst vor einer Krankheit mit ein. Der salutogenetische Blick dagegen öffnet das Bewusstsein für das, was gut tut, wo Wohlbefinden entsteht und Zufriedenheit. 

Der Begriff der Salutogenese wurde geprägt von dem amerikanischen Forscher Aaron Antonovsky, der in den 1970er und 80er Jahren den Gesundheitszustand älterer Menschen in Israel untersuchte. Er fand heraus, dass die Menschen immer dann ihre Gesundheit trotz schwierigster Lebensbedingungen (viele dieser Menschen waren ehemalige KZ-Häftlinge) gut bewahren konnten, wenn sich ein "Kohärenzgefühl" entwickeln konnte. Dafür sind drei Voraussetzungen maßgeblich:

  1. Überschaubarkeit: Ich bin in der Lage, Probleme und Aufgaben zu analysieren und zu verstehen.
  2. Handhabbarkeit: Ich bin in der Lage, mit diesen Problemen und Aufgaben umzugehen.
  3. Sinnhaftigkeit: Ich kann in allem, was mir widerfährt, einen Sinn erkennen. 

Immer dann, wenn es gelingt, das Leben nach diesen drei Voraussetzungen zu gestalten, fördert das die Gesundheit eines Menschen.

Anthroposophische Medizin orientiert sich durch ihre ganzheitliche Ausrichtung grundsätzlich am Prinzip der Salutogenese und integriert gleichzeitig auch das Anliegen der konventionellen Medizin, eine Krankheit bestmöglich zu bekämpfen.