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Anthroposophische Medizin

Anthroposophische Medizin ist eine Therapierichtung, die vor rund hundert Jahren, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, von dem Geisteswissenschaftler und Begründer der Anthroposophie, Dr. Rudolf Steiner, in Zusammenarbeit mit der holländischen Ärztin Dr. Ita Wegman entwickelt wurde. Der Begriff "Anthroposophie" bedeutet wörtlich übersetzt "das Wissen vom Menschen" und leitet sich aus den griechischen Wörtern "anthropos" = der Mensch und "sophia" = die Weisheit ab. 

Anthroposophische Medizin ist heute in über 80 Ländern der Erde bekannt. Im Lauf der Jahrzehnte sind zahlreiche Kliniken und klinische Abteilungen entstanden, in denen Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen in der integrativen Krebstherapie zusammenarbeiten. 

Anthroposophische Medizin ist eine integrative Medizin, die sich aus drei Quellen speist:

  1. aus der naturwissenschaftlichen, konventionellen Medizin mit deren Methoden und Ergebnissen
  2. aus einem ganzheitlichen Naturverständnis
  3. aus geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen über die Individualität des Menschen.

Alle drei gehören untrennbar zusammen. Für anthroposophische Ärzte bilden leibliches und seelisches Leben gemeinsam mit der Individualität des Menschen eine Einheit, sie beeinflussen sich wechselseitig. Dies in Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen, ist eine der wesentlichen Grundlagen Anthroposophischer Medizin. 

Dabei ist sie keine „Alternativmedizin“, sondern eine integrative Krebsmedizin – sie will die konventionelle Medizin nicht ersetzen. Im Gegenteil – sie beruht auf deren naturwissenschaftlicher Basis, sie setzt alles ein, was die naturwissenschaftliche Forschung an nützlichen Erkenntnissen bereithält. Anthroposophische Medizin geht aber dann noch einen Schritt weiter und erfasst den Menschen zusätzlich als Subjekt in seiner Gesamtpersönlichkeit und in seinen Lebensbesonderheiten nach menschenkundlichen Gesetzmäßigkeiten. Sie erweitert die konventionelle Medizin um diese Aspekte. 

Deshalb sind die Therapien auch nicht nur darauf ausgerichtet, eine Krankheit zu beseitigen, sondern im Menschen ein in ihm schlummerndes Entwicklungspotenzial zu wecken, das die Krankheit nutzt, um daraus gesünder und gereifter hervorzugehen. Sie fördert die Eigenaktivität des Patienten, sie baut auf seine Mitarbeit. 

Dazu gehört auch, die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Anthroposophische Medizin orientiert darauf, im Sinne der Salutogenese die in jedem Menschen vorhandenen Gesundheitsquellen zu erschließen. Sie arbeitet ressourcenorientiert, das heißt, sie fördert die Fähigkeiten eines Menschen und beklagt nicht seine Schwächen.

Anthroposophische Medizin ist so zeitgemäß, weil sie den Patienten als aktiv mitgestaltenden Partner in die Therapie mit einbezieht. Denn Patienten wollen heute nicht mehr nur auf ihre Krankheit reduziert werden und machen, was der Arzt ihnen vorgibt, sondern sie wollen in ihrer Selbstbestimmung respektiert und eigenverantwortlich in die Therapie eingebunden werden.

In einer Zeit, die immer mehr die Eigenverantwortung und Eigeninitiative des Einzelnen im Gesundheitswesen anmahnt, ist eine Medizin, die diese Aufgabe methodisch ernst nimmt, eine gesellschaftliche Notwendigkeit. In einer Zeit, die trotz pluralistischer Gesellschaft verstärkt verallgemeinert, pauschaliert und normiert, ist mehr denn je eine Medizin gefordert, die differenzierte, ganzheitliche Angebote macht und die Individualität des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Eine Medizin, die Patienten in die Lage versetzt, selbst mit zu entscheiden, welches therapeutische Vorgehen ihnen entspricht, um eine Krankheit zu überwinden und als Chance für die eigene Entwicklung zu verstehen.

Weitere Informationen können Sie den zum Download eingestellten Informationsbroschüren der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum, Dornach (Schweiz) entnehmen.

Anthroposophische Medizin – Was sie ist. Was sie will. Was sie kann.

Anthroposophische Medizin in Wissenschaft und Forschung – Ausgangssituation. Methoden. Perspektiven.