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Medizin menschlicher machen

Anthroposophie bedeutet „das Wissen vom Menschen“ (griechisch: anthropos = Mensch, sophia = Weisheit).
Anthroposophische Medizin basiert auf den Erkenntnissen der konventionellen Medizin und erweitert diese, indem sie den Menschen in seiner Gesamtheit und seinen Lebensbesonderheiten erfasst. So können Gesundheitsquellen erkannt und Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Anthroposophische Therapien

Alle Anthroposophischen Anwendungen und Therapien sind darauf ausgerichtet, die heilenden Prozesse im Organismus anzuregen. Sie sind keine Alternative zur konventionellen Medizin, sondern unterstützen diese. Beispiele: 

  • Arzneimittel natürlichen Ursprungs (z. B. die Mistel oder Helleborus
  • Plastisches Gestalten, therapeutisches Zeichnen und Malen
  • Musik- und Gesangstherapie
  • Sprachgestaltung
  • Heileurythmie (eine bestimmte Bewegungstherapie)
  • Rhythmische Einreibungen und rhythmische Massagen nach Wegman/Hauschka
  • Wickel und Auflagen, Öldispersionsbäder

Entstehungsgeschichte

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte der Geisteswissenschaftler Dr. Rudolf Steiner gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegman die Anthroposophische Medizin. Demnach bilden das leibliche und seelische Leben gemeinsam mit der Individualität des Menschen eine Einheit. Dies in Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen, ist eine Grundlage Anthroposophischer Medizin, die heute weltweit bei Ärzten und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen zur integrativen Krebstherapie gehört. 

Definition

Anthroposophische Medizin verbindet die naturwissenschaftlichen Methoden der konventionellen Medizin mit einem ganzheitlichen Naturverständnis und den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen über den individuellen Menschen.
Im Sinne der Salutogenese (s.u.) haben anthroposophische Therapien nicht nur das Ziel eine Krankheit zu beseitigen, sondern im Menschen ein Entwicklungspotenzial zu wecken, das die Krankheit nutzt, um daraus gesünder und gereifter hervorzugehen.
Der Mensch soll nicht auf seine Krankheit reduziert werden und nur ärztliche Vorgaben erfüllen, sondern wird als aktiver Partner in die Therapie einbezogen.

Salutogenese – eigene Gesundheitsquellen erschließen

"Salutogenese" (salus = "Gesundheit", genesis = die Schöpfung) bedeutet: Die Gesundheitsquellen des Menschen erschließen. Was gesund macht und gesund erhält, sieht bei jedem Menschen anders aus, jeder hat seine eigenen, individuellen Gesundheitsquellen.
Die konventionelle Medizin orientiert sich vorwiegend an der Pathogenese – daran, was uns krank macht. Sie versucht, krankmachende Faktoren auszuschalten, deren Ursachen zu beseitigen oder ihnen vorzubeugen. Das ist nicht falsch, nur eine Frage der Blickrichtung, denn Pathogenese beinhaltet die Angst vor einer Krankheit. Salutogenese dagegen öffnet das Bewusstsein für das, was gut tut, wie Wohlbefinden und Zufriedenheit entstehen.

Den Begriff prägte Aaron Antonovsky, der in den 1970er Jahren bei der Untersuchung älterer Menschen in Israel herausfand, dass man Gesundheit trotz schwierigster Lebensbedingungen (z.B. als KZ-Häftling) bewahren kann, wenn sich ein "Kohärenzgefühl" entwickelt. Dafür sind drei Voraussetzungen maßgeblich:

  1. Überschaubarkeit: Ich bin in der Lage, Probleme und Aufgaben zu analysieren und zu verstehen.
  2. Handhabbarkeit: Ich bin in der Lage, mit diesen Problemen und Aufgaben umzugehen.
  3. Sinnhaftigkeit: Ich kann in allem, was mir widerfährt, einen Sinn erkennen. 

Weitere Informationen

Anthroposophische Medizin – Was sie ist. Was sie will. Was sie kann.

Anthroposophische Medizin in Wissenschaft und Forschung – Ausgangssituation. Methoden. Perspektiven.

Anthroposophische Arzneimittel – Ursprung. Herstellung. Anwendung.

Anthroposophische Therapien – Grundlagen. Spektrum. Anwendung.