Helixor


Beeren und Bräuche

Es heißt, dass die Liebe ewig hält, wenn sich ein Paar unterm Mistelzweig küsst. Weil die immergrüne Pflanze gerade an Weihnachten, dem Fest der Liebe, ihre weißen Beeren trägt (mitten im Winter!), ist sie das Fruchtbarkeitssymbol schlechthin. Und weil sie außerdem in den Baumwipfeln "zwischen Himmel und Erde" wächst, werden ihr sowohl ausgleichende als auch Perspektiven schaffende Eigenschaften zugeschrieben.

Zauberhafte Mistel…

Misteln kennen keine Hektik, sie wachsen langsam: Nach ca. 5 Jahren blühen sie das erste Mal. Bei 50 cm Durchmesser sind sie etwa 30 Jahre alt. Mit der Mistel werden seit Jahrhunderten ebenso mystische wie nützliche Eigenschaften verbunden. Das Küssen unterm Mistelzweig könnte auf die Legende vom nordischen Gott Baldur zurückgehen: Tödlich getroffen von einem Pfeil aus Mistelholz, erweckte ihn seine Mutter, die Göttin Frigga, unter einer Mistel zum Leben. Aus Freude darüber küsste sie jeden, der ihr begegnete. Auch bei den keltischen Völkern war die Mistel heilig und ein Symbol des Friedens. In ihrem Zeichen gaben sich versöhnte Feinde den Friedenskuss.
Weiterhin sagt man ihr nach, dass sie böse Geister, Blitzschlag und Feuer von Haus und Hof abhalte, dass sie Schlösser öffnen und Schätze finden könne.

…erfolgreich in der modernen Medizin

Unabhängig von mystischen Bräuchen und Geschichten spielte die Mistel in der Medizin tatsächlich stets eine wichtige Rolle. Im Mittelalter setzte man sie gegen Geschwüre, Ohrenschmerzen, Fallsucht, Schwindel und Vergiftungen ein. Sie sollte die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier steigern. Pfarrer Kneipp schwor bei Frauenleiden und Kreislaufstörungen auf Mistelmedizin. Als Tee wird sie bei Bluthochdruck verabreicht, als Injektions-Therapie kann sie bei Gelenkbeschwerden wie Arthrose helfen.

Heute ist die weißbeerige Mistel (Viscum album)  das am häufigsten eingesetzte und wissenschaftlich am besten geprüfte Arzneimittel der komplementären Medizin. Als sinnvolle Ergänzung zu Standardtherapien steigert die Misteltherapie die Lebensqualität, indem sie das Immunsystem stärkt, Selbstheilungskräfte aktiviert und Nebenwirkungen (z.B. Fatigue) von Strahlen- oder Chemotherapie vermindert. In diesem Zuge normalisiert sie auch die Körperrhythmen (Temperatur, Schlaf, Verdauung).